Eine Welt zwischen Angriffs- und Verteidigungsmodus. Aus der Bedrohungslage ist schon längst ein hybrider Krieg geworden.
Die Dystopie nimmt in ihrem rosaroten Social-Network-Gewand ihren Lauf. Realität trifft auf KI-Slob. Aus fünf Fingern werden vier Finger.
Durch einen Drohnenangriff wird irgendwo auf dieser Welt ein Wohnhaus zerstört. Tote und Verletzte werden aus den Trümmern geborgen. Hunderte Kilometer von der Unglücksstelle legt ein Feuerleitoffizier seinen Controller zur Seite. Das Ausmaß seines Knopfdruckes sieht er nicht. Die Virtualität verschleiert die Grausamkeit dieser Handlung. Aus dem Angriff oder der Verteidigung wird ein Spiel. Playing video games!?
Im Rahmen dieses Projektes werden Zeichnungen von Zeichner*innen aus Berlin, Köln, Stuttgart und Hamburg in einer Ringausstellung in den teilnehmenden Städten präsentiert.
Mein Beitrag für den Stuttgarter Koffer ist eine zeichnerische Arbeit zur Vergänglichkeit.
Erste Station des Stuttgarter Koffers – Köln Ab dem 28.04.2024 sind die Zeichnungen des Stuttgarter Koffers im ‚Offenen Literaturhaus‚ in Köln zu sehen.
„Aokigahara“ Pinselzeichnung Tusche 2024
Format: Leporello 240 cm x 30 cm Umschlag: Recyclingkarton mit Pinselzeichnung Papier: Kupferdruckpapier, gefalzt
Aokigahara (=Waldgebiet am Fuße des Fuji in Japan) Leben und Sterben im Wald
Totholz als Lebensraum. Der zerschmetterte Hirschkäfer wird kurzerhand zu einer köstlichen Mahlzeit für ein paar hungrige Ameisen. Ein Pilz zersetzt sich zu Schleim und gleich nebenan wächst aus einer Eichel ein neuer Baum. Leben und Tod so nah beieinander – im Wald, so natürlich nicht von Angst behaftet.
Menschen, die in einen Wald gehen um zu sterben – unvorstellbar? Im Wald sterben!
Sich als Mensch als Teil der Natur und der natürlichen Prozesse zu sehen, reißt uns aus der Komfortzone des bloßen Beobachters. Das Eingeständnis, dass auch der Mensch am Ende seiner Zeit nur Nährstoff für die Natur ist, macht uns zum Teil der Natur. Ein Teil – vielleicht ein Wassertropfen, dessen einzige Aufgabe es war, auf den Boden zu fallen, damit die kleine Eiche wachsen konnte.
Ars vivendi/Ars moriendi – eine Sinfonie des Lebens.
Weiter Ansichten des „Aokigahara-Leporellos“ folgen nach Rückkehr des Koffers!